Geschichte des Haffmuseums


Die Anfänge

Das heutige Ueckermünder Haffmuseum hat seine Existenz zwei heimatverbundenen Bürgern, Herrn Albert Hellmundt ( 1963) aus Hintersee und Herrn Werner Becken ( 1965) aus Ueckermünde, zu verdanken. Sie beide, aus Leidenschaft Heimatforscher, haben im August 1950 im Turmzimmer des Ueckermünder Schlosses eine kleine Heimatstube eingerichtet. Hier waren Exponate aus der Ur- und Frühgeschichte mit Geräten, Büchern und Urkunden aus der Stadtgeschichte und mit Utensilien zur Entwicklung der Handwerkszünfte zu sehen. Es waren zum Teil Gegenstände, die der Stadt schon vor dem Zweiten Weltkrieg zur Aufbewahrung übergeben worden waren. In diesem kleinen Raum, ca. 30 qm, des Schlossturmes fristete die Heimatstube lange Jahre ihr Dasein. Ab und an kamen Gegenstände hinzu, die von Bürgern gestiftet, bei Baggerarbeiten geborgen oder in Archivräumen entdeckt wurden.

Erst 1972 ist wieder eine erwähnenswerte Jahreszahl in der Geschichte des Museums zu verzeichnen. In diesem Jahr wurde eine Erweiterung der Heimatstube möglich. Ein Raum am Treppenturm, in dem damals das Stadtbauamt untergebracht war, wurde dem Museum zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Somit konnte die Ausstellungsfläche der damaligen Heimatstube etwas erweitert werden. In dieser Zeit ist es gelungen, Bürger zu gewinnen, die sich ehrenamtlich für die Beaufsichtigung der Ausstellung während der Öffnungszeiten zur Verfügung stellten. Oft musste die Heimatstube aber auch wegen Krankheit geschlossen werden, weil keine Aufsicht zu bekommen war. Die kleine Heimatstube drohte in Vergessenheit zu geraten.


Die Anfänge als Heimatstube

Am 10. Januar 1978 machte Heinz Großkopf den Anfang für eine Erneuerung und Erweiterung des Museums. Er hatte in Reiseführern immer den Hinweis auf die Existenz des Heimatmuseums im Schloss gefunden, fand aber die Qualität der Ausstellung dafür nicht geeignet. Nach Rücksprache mit dem damaligen Bürgermeister wurde ihm gestattet, selbständig eine Neuordnung und Überarbeitung der Exposition vorzunehmen, deren Gegenstände zum Teil unrichtig beschrieben waren und Übersichtlichkeit vermissen ließen. Für diese Arbeit konnte als Unterstützung dann Hans-Albert van der Heyden, der sich schon als Schüler im Museum nützlich machte, sowie dessen Verwandter, Ulrich van der Heyden, gewonnen werden. Im Jahr 1978/79 wurde in unzähligen Freizeitstunden an der Umgestaltung und Erweiterung gearbeitet.

Es wurden Vitrinen gezimmert, Tische beschafft und viele Sachzeugen vergangener Zeiten zusammengetragen. Durch seinen damaligen Beruf als Dachdeckermeister entdeckte Heinz Großkopf auf den Dachböden der Stadt viele interessante Gegenstände, die durch die Besitzer gern für die Erweiterung des Museums hergegeben wurden. Hans-Albert van der Heyden beschaffte auf Grund seiner Sachkenntnisse so viele Gegenstände und Dokumente aus der Schifffahrt , so dass eine eigene Abteilung im Turm eingerichtet werden konnte, die eine Darstellung über die Entwicklung von Schifffahrt, Schiffbau und Fischerei in Ueckermünde gibt. Dieser Erwerbszweig war Ende des 18. Jahrhunderts für über 100 Jahre bestimmend für die Wirtschaftslage der Stadt Ueckermünde.

 

Freundeskreis gegründet

Am 25. Januar 1979 konstituierte sich ein "Freundeskreis Heimatmuseum" im Kulturbund und ein Museumsaktiv unter der Leitung von Heinz Großkopf. Besonders durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit von Ulrich van der Heyden war es gelungen, das Heimatmuseum vor einem Dornröschenschlaf zu bewahren. Neue Schwierigkeiten ergaben sich, als nach der Neugestaltung 1979 niemand für die Aufsicht des Museums zur Verfügung stand. Nach intensiven Bemühungen des Museumsaktivs konnten dann zur Saisoneröffnung mehrere Rentner gewonnen werden, die sich die Aufsicht im Museum teilten.

Am 01. Juli 1980 wurde Frau Renate Hahn von der Stadt Ueckermünde als hauptamtliche Museumsleiterin eingestellt. Obgleich aus Thüringen stammend, war das Wirken von Frau Hahn für unser Museum von nachhaltiger Bedeutung. Viele gute Ideen führten in Zusammenarbeit mit dem Museumsaktiv zu zahlreichen Verbesserungen in den einzelnen Räumen. Die Mauerscharten konnten endlich mit Fenstern verschlossen werden, eine neue Treppe wurde gebaut, um den unteren Teil des Turmes zu erreichen und die Beleuchtung wurde verbessert. In dieser Zeit sorgten zahlreiche Sonderausstellungen für eine größere Anziehungskraft des Museums. Die Besucherzahlen erreichten 1980 immerhin schon 3000. Aus beruflichen Gründen ihres Gatten verließ Frau Hahn im August 1983 Ueckermünde.

Die Aktivierung der Museumsarbeit seit 1978 und der rege Besuch, sowohl durch die vielen Urlauber, als auch von zahlreichen Schülergruppen, hatten auf die Bedeutung des Ueckermünder Heimatmuseum so viel aufmerksam gemacht, dass von den staatlichen Stellen eine Planstelle mit festem Jahresgehalt für einen Museumsleiter genehmigt wurde. Am 01. Mai 1985 übernahm Hans-Albert van der Heyden die Leitung des Museums. Für ihn erfüllte sich damit ein Wunsch; er konnte sein Hobby zum Beruf machen.

Mit Engagement hat er nun mehr als fünf Jahre verantwortlich das Museum geleitet, an dessen Gestaltung er zuvor schon sieben Jahre wesentlich mitgewirkt hatte. Mit außerordentlicher Beharrlichkeit sorgte er dafür, dass das Museum weitere Exponate erhielt und weit über die Region hinaus bekannt wurde. In dieser Zeit führte mangelndes Verständnis von Staatsfunktionären zu negativen Ereignissen. So wurden Handfeuerwaffen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die gesichert ausgestellt waren, aus Sicherheitsgründen aus dem Museum entfernt und auf Weisung des Bezirkes nach Neubrandenburg ausgelagert. Es waren Pistolen aus der Napoleonischen Zeit ohne Munition und zum Teil mit defekten Schlössern. Selbst eine alte Jagdflinte, die hoch an der Wand hing, wurde mitgenommen.

 

Neuer Name

Seit 1990 führt das Museum den Namen "Haffmuseum". Mit den Besucherzahlen von über 5000 wurde aus dem Status einer Heimatstube nun endlich ein Museum. Nachdem Hans-Albert van der Heyden im August 1990 in den Ruhestand trat, wurde das Haffmuseum durch Frau Dr. Karola Stark geleitet. Am 01. April 1991 wurde Frau Hannelore Reinhardt als Mitarbeiterin im Museum eingestellt. Seit März 1993 ist sie, nach Ausscheiden von Frau Dr. Stark, Leiterin dieser Einrichtung. Nach der Wende hat sich das Haffmuseum zu einer bedeutenden kulturellen Einrichtung der Stadt Ueckermünde entwickelt und ist nicht mehr aus dem touristischen Angebot wegzudenken. Der stetige Zulauf an Besuchern ist hierfür Beweis genug. 1996 wurden erstmals über 10000 Gäste gezählt. Auf Grund der zunehmenden Bedeutung des Museums für die Stadt Ueckermünde wurden in den letzten Jahren erhebliche finanzielle Mittel, sowohl von der Stadt, als auch vom Land, für Renovierungsarbeiten bereitgestellt. So wurden der Turmaufgang und angrenzende Museumsräume malermäßig in einen ansprechenden Zustand gebracht. Die Bewilligung weiterer Gelder ermöglichte es, 1995 neue Vitrinen für die einzelnen Ausstellungsräume anzuschaffen. So konnten einmalige Zeitdokumente ansprechend gezeigt werden.

Für das Haffmuseum zeichnete sich eine weitere positive Entwicklung ab. Auf Anregung des Museumsaktivs, hinsichtlich einer notwendigen und möglichen Museumserweiterung, wurden im Dezember 1996 unter Beteiligung von Stadtvertretern aus dem Kultur- und Sozialausschuss die Weichen dahingehend gestellt, den bisher ungenutzten Dachboden des Schlosses, ca. 170 qm, als zusätzliche Ausstellungsfläche für das Museum auszubauen.

Bei zeitgerechtem Verlauf der Bauarbeiten wurde dieses Vorhaben Ende 1998 realisiert. Die zusätzlich gewonnene Ausstellungsfläche ermöglichte es, die Pommersche Geschichte im Zusammenhang mit dem Schloss Ueckermünde an Hand vorhandener Dokumente und Exponate in einem großen Ausstellungsraum zu präsentieren.

Ein besonderer Höhepunkt für das Museum war die 450-Jahrfeier des Schlosses im Jahr 1996. Das Museum hatte anlässlich dieses Jubiläums eine aufwendige Sonderausstellung zur Pommerschen Geschichte organisiert. Es wurden den Besuchern wertvolle Leihgaben aus dem Vorpommerschen Landesarchiv Greifswald, dem Museum der Hansestadt und der Universität Greifswald sowie aus dem Nationalmuseum Stettin gezeigt. 2500 Gäste besuchten anlässlich des Schlossfestes diese Sonderausstellung.

 

Die bisherigen Direktoren

1950
Werner Becken und Albert Hellmundt
ehrenamtlich

1965 - 1970
Klaus Krüger
ehrenamtlich

1972
Günter Buse
nebenamtlich

1976
Otto Krause und Otto Haase
ehrenamtlich

1979
Heinz Großkopf, Hans-Albert van der Heyden,
Ulrich van der Heyden, Gertrud Wilke
Wilhelm Bergholz, Helmut Thom

ehrenamtlich

1980
Renate Hahn
hauptamtliche Leiterin

1983
Heinz Fechtner
hauptamtlicher Leiter

1985
Hans-Albert van der Heyden
hauptamtlicher Leiter

1990
Dr. Carola Stark
hauptamtliche Leiterin

1993
Hannelore Reinhardt
hauptamtliche Leiterin

2007
Elke Richardt
hauptamtliche Leiterin

 

 

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